Nebenwirkungen von Therapien

Nebenwirkungen von Prostatakrebstherapien

Beim Prostatakrebs besteht in bestimmten Fällen die Möglichkeit, den Krebs nur zu beobachten und zu kontrollieren. Dies ist der Fall, wenn die Betroffenen ein hohes Alter aufweisen und der Prostatakrebs sich in einem frühen Stadium befindet. Wird jedoch therapiert, so können ggf. bestimmte Nebenwirkungen der eingesetzten Therapieverfahren auftreten.

Bei Operation

Die meisten Patienten haben nach der Operation eine Störung beim Wasserlassen, die sich aber im Regelfall durch ein Training der Beckenbodenmuskulatur in absehbarer Zeit normalisiert. Bei etwa 10 % bis 30 % der Patienten kann eine länger anhaltende Inkontinenz auftreten. Bei den meisten Patienten ist nach der Operation die Fähigkeit zur Erektion beeinträchtigt, man spricht von einer erektilen Dysfunktion oder Impotenz. Die Nerven und Gefäße, die das Glied versorgen, können nur dann bei der Operation verschont werden, wenn der Tumor sehr klein ist. Betroffen ist rein die Funktion, das sexuelle Verlangen bleibt unbeeinflusst. Mit Medikamenten oder technischen Hilfsmitteln kann weiterhin eine Erektion erzielt werden.

Bei Strahlentherapie

Bei dieser Art der Behandlung tritt eine Impotenz deutlich seltener auf als nach einer operativen Tumorentfernung. Es kann aber zu einer Verminderung der Erektionsstärke kommen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind eine Stuhl- oder Harninkontinenz. Zusätzlich können verschiedene vorübergehende Nebenwirkungen auftreten, die mit dem Ende der Behandlung in den meisten Fällen relativ schnell wieder verschwinden. Es kann eine Fatigue, also eine Müdigkeit und Abgeschlagenheit auftreten. Wie lange die Erholung davon dauert, ist individuell unterschiedlich und daher nicht genau zu prognostizieren. Eine Strahlentherapie hat, wenn sie extern durchgeführt wird, zudem Auswirkungen auf die im Strahlenfeld befindliche Haut. Häufig sind vorübergehende leichte Rötungen und Schwellungen. Dauerhafte Schäden wie geplatzte Äderchen, Pigmentflecken und helle Stellen treten heute nur noch selten auf.

Bei Hormontherapie

Die Hormontherapie wird häufig adjuvant, also in Verbindung mit einer Operation oder einer Strahlentherapie, eingesetzt. Um das testosteronabhängige Wachstum von Krebszellen der Prostata zu blockieren, kann der Testosteronspiegel im Körper abgesenkt oder die Testosteronwirkung auf die Krebszellen eingeschränkt werden. Die körpereigene Testosteronproduktion kann operativ durch eine Kastration, also eine Entfernung der Hoden, blockiert werden. Dieses Verfahren ist jedoch körperlich und psychisch sehr stark belastend und kann zudem nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine andere Möglichkeit ist eine medikamentöse Reduktion der Testosteronproduktion. Die möglichen Nebenwirkungen sind allerdings vielfältig und reichen von Hitzewallungen und Schweißausbrüchen über Impotenz bis zur Osteoporose. Etwas weniger starke Nebenwirkungen hat die Androgen-Blockade, bei der nicht der Testosteronspiegel an sich, sondern seine Wirkung auf die Krebszellen blockiert wird. Dennoch sind Effekte zu erwarten, die denen einer Kastration ähneln und Psyche und Körper belasten.

X