Häufige Fragen (FAQ)

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Antwort: Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Überwärmung der Prostata auf mehr als 42 Grad. Sie wird normalerweise mit einer Strahlentherapie kombiniert und verstärkt deren Wirkung. Bisher gibt es nur einige wenige Untersuchungen bei lokal fortgeschrittenem (über die Kapsel hinaus gewachsenen) Prostatakrebs. Deshalb gilt die Hyperthermie beim Prostatakarzinom noch als experimentell und soll nur in Studien angewendet werden.

Antwort: Ja, aber … Bei der so genannten Kryoablation (s. auch Kryochirurgie) wird die Prostata durch Nadeln zweimal gefroren und wieder aufgetaut. Dadurch stirbt das Gewebe ab. Es schwillt jedoch zunächst an, was den Harnabfluss aus der Blase behindert. Deshalb ist vorübergehend ein Katheter nötig, eventuell muss das Gewebe auch operativ abgetragen werden (s. TUR-P). Im Unterschied zur Operation (radikale Prostatektomie) können die Nerven für die Erektion meist nicht geschont werden, so dass es bei den meisten Patienten zu einer erektilen Dysfunktion (ED, Störung der Gliedversteifung) kommt.

Die Kryoablation ist sicher weniger eingreifend und damit schonender als die Operation, gilt aber nicht als angemessene Alternative. Denn die Ergebnisse sind selbst bei Patienten mit niedrigem Risiko für ein Fortschreiten des Prostatakarzinoms schon nach 5 Jahren schlechter, und aussagekräftige Langzeitergebnisse gibt es bisher nicht. Sie wird deshalb nur unter bestimmten Bedingungen eingesetzt, zum Beispiel wenn eine Operation nicht möglich ist.

Antwort: Sofern von den Befunden und vom Zustand des Patienten her eine kurative (auf Heilung ausgerichtete) Behandlung möglich ist, gibt es bei einem solchen lokal begrenzten Prostatakarzinom ohne Metastasen grundsätzlich folgende Behandlungsoptionen: Operation (radikale Prostatektomie), Bestrahlung von außen (perkutane Strahlentherapie), Bestrahlung von innen (Brachytherapie) und Abwarten unter genauen Kontrollen (aktive Überwachung).

Jedes der Verfahren hat seine eigenen Vor- und Nachteile, und alle bieten wahrscheinlich ähnlich gute Erfolgsaussichten (es liegen bislang keine aussagekräftigen Studien mit einem direkten Vergleich vor). Deshalb kann man derzeit keine generelle Empfehlung geben. Die Entscheidung hängt von zahlreichen Faktoren ab (z.B. dem Risiko für ein Fortschreiten des Tumors). Sie sollten sich also gut informieren und anhand der Befunde das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt besprechen.

Antwort: Strahlentherapie ist ein allgemeiner Begriff für die Anwendung von Strahlen jeglicher Art zu Behandlungszwecken. Als Teilgebiet der Strahlenheilkunde (Radiologie) ist die Bezeichnung enger gefasst: Man versteht darunter die Behandlung bösartiger Tumoren mit Hilfe von energiereichen, so genannten ionisierenden Strahlen (s. Radioaktivität), zum Beispiel mit Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen. Beim Prostatakarzinom werden zwei verschiedene Arten der Strahlentherapie verwendet: Die perkutane Strahlentherapie (Bestrahlung von außen) und die Brachytherapie (Bestrahlung von innen durch einen in die Prostata eingebrachten radioaktiven Stoff = Radionuklid).

Antwort: Die Roboter-assistierte radikale Prostatektomie (RA-RPE) ist die neuere Methode, so dass es weniger Langzeitergebnisse gibt. Man geht aber heute davon aus, dass beide Verfahren – in der Hand eines geübten Operateurs – sicher sind und vergleichbare Ergebnisse liefern (z.B. Komplikationsraten, Heilungschancen).

Im Vergleich zur offenen Operation (retropubische radikale Prostatektomie, RRPE, Zugang hinter dem Schambein) gilt die Roboter-Operation als weniger eingreifend (minimal invasiv), so dass die Heilung schneller erfolgt. Beide sind nicht unbedingt für jeden Patienten gleich gut geeignet und haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Dies sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.

Antwort: Gemeinsam ist beiden Vorgehensweisen, dass man den Betroffenen überwacht und erst beim Fortschreiten des Tumors über die weitere Therapie entscheidet. Deshalb werden beide auch als verzögerte Behandlung (engl. deferred treatment) oder konservatives Vorgehen zusammengefasst. Der Hauptunterschied liegt im Ziel:

Bei der aktiven Überwachung (engl. active surveillance, AS) schiebt man eine kurative (auf Heilung zielende) Behandlung unter engen Kontrollen so lange auf, bis der Tumor fortschreitet oder der Patient die Therapie wünscht. Beim abwartenden Beobachten (engl. watchful waiting, WW) dagegen kontrolliert man den Patienten und leitet eine palliative (lindernde) Behandlung ein, sobald der Patient dies wünscht oder der Tumor Symptome (Krankheitszeichen) verursacht.

Antwort: Das ist möglich. Eine der bevorzugten Ausbreitungsrichtungen des Prostatakarzinoms führt entlang der Spritzkanälchen in die Samenblasen (s. hierzu auch Wachstum und Ausbreitung des Prostatakarzinoms). Da der Tumor in diesem Fall die Prostatakapsel bereits durchbrochen hat, also lokal fortgeschritten ist, tritt eine Blutbeimengung zum Sperma (Hämospermie) in der Regel nicht als erstes Anzeichen auf. Aber Prostatakrebs ist nur sehr selten Ursache einer Hämospermie (Näheres hierzu in der Rubrik „Wissen“ im Abschnitt „Krankheitszeichen“ unter Hämospermie).

Antwort: Typische Anzeichen für ein solches lokal begrenztes Prostatakarzinom gibt es nicht. Wenn es überhaupt Symptome macht, dann handelt es sich meist um Beschwerden beim Wasserlassen (z.B. abgeschwächter Harnstrahl, s. Miktionsstörungen) oder um eher unbestimmte Missempfindungen (z.B. Druckgefühl am Damm oder im Unterbauch). Viel häufiger stecken hinter solchen Zeichen aber andere Erkrankungen wie eine gutartige Prostatavergrößerung (s. BPS) oder eine chronische Prostataentzündung (s. Prostatitis).

Antwort: Latent bedeutet ohne Symptome verlaufend oder unsichtbar. Man versteht darunter ein Prostatakarzinom, das zu Lebzeiten des Betroffenen nicht auffällig (= manifest) wurde und keinen Einfluss auf seine Lebenserwartung und Lebensqualität hatte. Solche Tumoren kommen ziemlich oft vor, nämlich bei bis zu 60% der Männer, die im Alter über 80 Jahren verstorben sind. Ob Prostatakrebs latent und damit nicht behandlungsbedürftig bleiben wird, oder ob eine Behandlung erforderlich ist, lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit vorhersagen, aber anhand von Befunden abschätzen.

Antwort: Es ist richtig, dass Prostatakrebs ohne männliche Geschlechtshormone (Androgene, z.B. Testosteron) praktisch nicht vorkommt. Ob sie allerdings diesen Tumor verursachen oder nur sein Wachstum fördern, ist noch ungeklärt. Der medikamentöse Ersatz von Testosteron scheint aber das Risiko für Prostatakrebs kurzfristig nicht zu erhöhen. Ob dies auch langfristig gilt, ist ebenfalls noch unsicher. Deshalb und wegen möglicher Nebenwirkungen werden bei einer solchen Behandlung (regelmäßige) Kontrolluntersuchungen empfohlen. Ihr Arzt hat sicher die Vorteile (die Linderung Ihrer Mangelsymptome) gegen die Risiken abgewogen. Falls Sie dennoch Bedenken haben, sollten Sie nicht einfach die Pflaster weglassen, sondern nochmals mit Ihrem Arzt sprechen.

Antwort: Vermutlich nicht, höchstens die für Geschlechts- und andere Infektionskrankheiten (zumal bei ungeschütztem Sex mit wechselnden Partnern). Bisher ist nicht nachgewiesen, dass irgend ein Sexualverhalten (z.B. Masturbation, Geschlechtsverkehr, Prostatamassage) das Risiko für Prostatakrebs beeinflusst. Es gibt lediglich einige, nicht immer aussagekräftige Studien zu diesem Thema mit zum Teil recht widersprüchlichen Ergebnissen.

Antwort: Die Häufigkeit nimmt tatsächlich mit dem Alter zu. So sind fast 60% der Männer mit Prostatakrebs mindestens 70 Jahre alt. Das heißt aber auch, dass mehr als 40% der Fälle schon vorher vorkommen. Und dieser Anteil hat in den letzten Jahren zugenommen, vermutlich weil sich die Männer früher und besser (mittels PSA-Test) untersuchen lassen. Da sich Prostatakrebs meist langsam entwickelt und eine Heilung bei früher Diagnose eher möglich ist, sollten Sie die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Dies gilt gerade für Ihr Alter, denn Sie haben ja noch einige Jahre vor sich, die Sie genießen möchten.

Antwort: In der Regel vergrößert sich die Prostata mit dem Alter, so dass auch das Gesamt-PSA langsam steigt. Ein altersabhängiges Anheben des Schwellenwerts (bis 6,5ng/ml im Alter von 70-79 Jahren) wird derzeit noch genauer untersucht. Denn ein höherer Schwellenwert könnte zwar im Einzelfall eine Biopsie vermeiden helfen, jedoch auch das Risiko erhöhen, ein Karzinom zu übersehen.

Antwort: Wenn man das Gesamt-PSA mehrfach misst (meist dreimal in jährlichem Abstand), kann man daraus die jährliche Anstiegsgeschwindigkeit berechnen. Ein erhöhter Wert spricht für ein Prostatakarzinom, auch wenn weitere Anzeichen dafür fehlen und der PSA-Ausgangswert niedrig ist. Die Bestimmung hilft also besonders bei der Entscheidung über die Notwendigkeit einer Biopsie. Die Anstiegsgeschwindigkeit kann aber auch bei Patienten mit PSA-Anstieg nach Prostataoperation oder Bestrahlung helfen, das Progressionsrisiko zu bestimmen.

Antwort: Bei der BPH (benigne Prostatahyperplasie, gutartige Prostatavergrößerung) lässt sich alleine aus der Größe der Prostata noch keine Entscheidung zur Behandlung treffen. Dazu muss auch das Ausmaß der Obstruktion bekannt sein, d.h. inwieweit die vergrößerte Prostata den Harnabfluss aus der Blase behindert. Dann wäre zum Beispiel der Harnstrahl abgeschwächt oder nach dem Wasserlassen noch Harn in der Blase (Restharnbildung, wird mit Ultraschall festgestellt).

Antwort: Normalerweise nicht. Nur falls Veränderungen vorliegen wie Einrisse der Analschleimhaut oder eine Entzündung (z.B. eine Prostatitis). Ihr Arzt wird Sie dann aber besonders vorsichtig untersuchen.

Antwort: Um die Ursache Ihrer erektilen Dysfunktion zu finden, sind zunächst die Anamnese (Vorgeschichte), eine allgemeine körperliche Untersuchung (natürlich einschließlich des Penis) und Labortests am wichtigsten. Erst wenn sich daraus nichts ergibt, kommen speziellere Untersuchungen in Betracht, die meist nicht schmerzhaft sind (z.B. Ultraschall). Ihr Arzt wird Ihnen sicherlich alles genau erklären. Und schließlich darf er nichts ohne Ihr Einverständnis unternehmen.

Antwort: Solche Prostataerkrankungen sind seltener die direkte Ursache einer erektilen Dysfunktion (ED), weil sie sich normalerweise nicht bis zu den Erektionsnerven in der Umgebung der Prostata erstrecken. Dennoch können sie zu einer ED beitragen oder auch gleichzeitig vorhanden sein.

Antwort: Die Heilung der tieferen Gewebe braucht länger als die der Haut. Solange dieser Prozess nicht abgeschlossen ist, lässt sich keine Vorhersage machen. Wahrscheinlich werden Ihre Beschwerden aber mit der Zeit weniger oder verschwinden. Sie sollten also noch etwas Geduld haben und mit Ihrem Urologen besprechen, was Sie zur Unterstützung tun können.

Antwort: Möglicherweise wurde der äußere Schließmuskel bei der Operation in Mitleidenschaft gezogen. In solchen Fällen kann ein Eingriff an der Harnröhre in Betracht kommen (z.B. Schleimhautunterspritzung, künstlicher Schließmuskel). Dies ist natürlich auch vom Allgemeinzustand und von der Grunderkrankung abhängig, so dass zunächst eine genaue Untersuchung beim Urologen nötig ist.

Antwort: Es scheint sich um eine Belastungsinkontinenz zu handeln aufgrund einer Beckenbodenschwäche, die sich mit einem entsprechenden Training behandeln lässt. Sie kann zahlreiche Ursachen haben, auch körperliche. Als erstes und einziges Zeichen eines Prostatakarzinoms wäre dies aber sehr unwahrscheinlich. Eine Untersuchung beim Urologen wird hier Klarheit bringen.

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